Gespräch mit Holocaust-Überlebendem

Von der Hölle auf Erden

berichtete der 79-jährige Pavel Hoffmann, der 1943, damals war er 4 Jahre alt, ins KZ Theresienstadt deportiert wurde, am Freitag, den 22. Oktober vor ca. 50 Schülerinnen und Schülern der Georg Goldstein Schule.

Wie durch ein Wunder konnte Herr Hoffmann das KZ überleben und mit einem (dem ersten und gleichzeitig auch dem letzten) Sonderzug 1945 in die Schweiz gelangen. Wie er als Vollwaise auf die Liste mit Namen derjenigen Juden, die durch einen Handel zwischen Heinrich Himmler und dem damaligen Schweizer Bundespräsident Jean-Marie Musy das Deutsche Reich verlassen durften, gelangte, ist ihm bis heute unklar.

Pavel Hoffmann lebt mittlerweile in Reutlingen und hat seine Familiengeschichte in mühseliger Recherchearbeit zusammengetragen. Er hat, so berichtet er es den Schülerinnen und Schülern, im fortgeschrittenen Alter den Drang entwickelt, erfahren zu wollen, was seinen Eltern, seinen Großeltern, seinen Tanten und Onkeln und weiteren Familienangehörigen widerfahren ist.

So wurde Hoffmanns Vater 1942 – die Familie lebte zu jener Zeit in Prag, wo auch Pavel Hoffmann 1939 geboren wurde – nach dem Attentat auf Reinhard Heydrich, mit dem er nichts zu tun hatte, in einer Racheaktion auf einem Fußballplatz standesrechtlich erschossen.
Seine Mutter begleitete Pavel Hoffmann mit ins KZ Theresienstadt, das sie nicht überlebte.

Und so soll die Geschichte, die Pavel Hoffmann den Schülerinnen und Schülern erzählt, das Grauen der damaligen Zeit verdeutlichen und gleichzeitig auch ein Warnsignal sein, denn der Antisemitismus, so Hoffmann, ist auch heute noch in der Gesellschaft vorhanden.

Aber Herr Hoffmann hat auch noch einen Tipp für die Jugendlichen parat: Sie sollen nicht alles glauben, sondern Informationen immer auch kritisch hinterfragen.

Ein Tipp, dem wir Lehrerinnen und Lehrer nur zustimmen können!