Die Georg-Goldstein-Schule in Jekaterinburg

„Beruf und Arbeitswelt im Gastland – Jekaterinburg“

08.-16.05.2018

Montag 07.05.2018

Um 14:20 Uhr ging unser 1. Flieger Richtung Moskau. Der Flug und der Transfer Richtung Jekaterinburg verliefen ohne Zwischenfälle. In Jekaterinburg wurden wir sehr freundlich von Ekaterina Ivanova und Nina Bugujeva empfangen und mit einem Bus zum Hotel gebracht. Das Hotel war besser als erwartet.

Dienstag, 08.05.2018

Die Nacht war kurz und das Frühstück war sehr speziell. Um 10:00 Uhr wurden wir von Studenten abgeholt und zur Uni begleitet. Nach einer Kennenlernphase, Führung durch die Uni und Besuch des Museums ging es zum Mittagessen in der Mensa. Wir durften in der Mensa der Dozenten essen und es gab russische Spezialitäten. Nach dem Essen ging es in einen Kurs zur Landeskunde. Wir tauschten uns mit den Studenten über die jeweiligen Heimatländer aus. Nach dem Aufenthalt in der Uni waren wir noch im Supermarkt und wurden dann wieder zum Hotel zurückgebracht. Den Abend haben wir nun zu unserer freien Verfügung. Morgen ist ein großer russischer Feiertag, den wir mit unseren Austauschpartnern verbringen.

Mittwoch, 09.05.2018

Heute wird hier der Tag des Sieges gefeiert. Wie nennt man diesen Tag in Deutschland und um was geht es? Auflösung heute Abend.

Der Tag wird in Deutschland Tag der bedingungslosen Kapitulation genannt.

Hier in Russland wird nicht nur das Kriegsende gefeiert, sondern auch an die verstorbenen Großeltern und Eltern gedacht.

Nach einem gemeinsamen Frühstück sind wir mit den Studenten in die Stadt gegangen und haben die Parade angeschaut. Die Parade bestand aus einem Militärzug mit vielen verschiedenen militärischen Fahrzeugen und Truppen. Dieses militärische Aufgebot wurde von der sehr großen Menschenmenge bejubelt. Nebenbei wurden Panzer ausgestellt und Luftballons in Panzerform verkauft. Für uns als Deutsche war es ungewohnt, kleine Kinder mit Panzern spielen zu sehen.

Zum Gedenken an die Eltern und Großeltern liefen die Angehörigen mit Fotos der Verstorbenen durch die Stadt. Leider hat es geregnet, weswegen wir ins Einkaufszentrum gingen. Dort haben wir geshoppt und Mittag gegessen. Danach ging‘s weiter zu einem Freizeitpark. Die einen fuhren Riesenrad und die anderen Schaukel. Anschließend suchten wir ein Restaurant. Diese Suche dauerte eine Dreiviertelstunde. Nach einer Stärkung mit Pizza und Pasta gingen wir ins Hotel und anschließend zum Feuerwerk.

Donnerstag, 10.05.2018

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum größten Einkaufszentrum „Greenwich Mall“.

Dabei mussten wir Aufgaben über die Stadt und ihre bekannten Orte lösen, zum Beispiel mussten wir die Pfingstkathedrale finden, oder ein Denkmal von Vladimir Vysotskij. Vladimir Vysotskij war ein Schauspieler, Dichter und Sänger, er kritisierte mit seinen Werken die Umstände im Land, die Prostitution und die Kriminalität. Außerdem mussten wir das Denkmal des unsichtbaren Mannes suchen. Der unsichtbare Mann ist eine Figur eines englischen Buches, in dem erzählt wird, wie es als Schwarzer in der Nachkriegszeit war. Als wir im Einkaufszentrum angekommen waren, stärkten wir uns oder gingen shoppen. Danach trafen wir uns mit den Studenten und machten uns auf den Weg zu der EnviroChemie GmbH, wo wir eine sehr interessante Führung bekamen. Als die Führung zu Ende war hatte der Betrieb noch eine Kleinigkeit zu essen und zu trinken für uns vorbereitet. Am Nachmittag besuchten wir das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum „Alatyr“, wo wir auch eine spannende Führung erhielten. Nach der Führung machten wir uns auf dem Weg zurück zum Hotel, da der Tag ziemlich anstrengend war.

Freitag, 11.05.2018

Nachdem wir in unserem, mittlerweile, Stammlokal frühstücken waren, gingen wir zum deutschen Konsulat in Jekaterinburg. Dort erklärte uns der Konsul Ludwig Neudorfer die Aufgaben des Auswärtigen Amtes, wie zum Beispiel die Förderung des kulturellen Austausches, die Ausstellung der Visa für Reisende, Hilfe für deutsche Staatsbürger, Beratung deutscher Unternehmen und vieles mehr. Nach der Präsentation erzählte uns Sandro Liener, ein Praktikant aus Deutschland, wie sein bisheriger Aufenthalt in Russland verlief.

Danach wurden wir in zwei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe ging ins Business Center „Visotskij“, dort wurde uns das im Jahr 2000-2007 errichtete Gebäude gezeigt, welches insgesamt 54 Stockwerke besitzt. In der ersten Etage wurde uns die Architektur des Gebäudes erklärt. In der 37. Etage zeigte man uns die Lobby des Hotels „Visotskij“. Außerdem sind wir auch auf die Aussichtsplattform gegangen, welche im 52 Stockwerk lag. Von dort aus hatte man eine großartige Aussicht auf die ganze Stadt. Anschließend waren wir noch im hausinternen Museum über Wladimir Visotskij.

Die zweite Gruppe ging derweil in die Berg- und Hüttengesellschaft Ural (UMMC). Gleich nach der Ankunft wurden wir in den Hörsaal gebracht, dort erzählte man uns interessante Fakten über die Gesellschaft wie zum Beispiel, dass die Gesellschaft im Jahr 2000 gegründet worden ist, aber aus mehreren Einzelfirmen mit unterschiedlichen Gründungsjahren besteht. Wir sahen einige Videos über die Gesellschaft und eines ihrer jüngsten Projekte, welches die Förderung der Schüler in der Umgebung beinhaltete. Als nächstes wurden uns die Labore gezeigt und die Methoden zur Analyse des Erzes.

Am Abend gingen wir noch gemeinsam ins Ballett in der nahegelegenen Oper und genossen dort die Vorstellung der „Bajadère“.

Samstag, 12.05.2018

Heute früh haben wir uns mit den Studenten wieder im Kaufhaus Grinwich getroffen um zu einem weiteren Unternehmen zu gehen. Wir waren in der Firma Fitmenu. Der Inhaber ist Leo Schneider. Er ist 36 Jahre jung und hat das Unternehmen vor 6 Jahren gegründet. Es gibt insgesamt 3 weitere Filialen und alle haben ihren Standort in Jekaterinburg. Er hat insgesamt 9 Angestellte, 3 davon arbeiten im Büro und die anderen 6 sind im Verkauf. Herrn Schneiders Ziel ist, nicht nur die Produkte zu verkaufen sondern hauptsächlich den Menschen zu helfen stärker, schöner und gesünder zu werden.

Wir durften den Hauptsitz des Unternehmens und somit auch die größte Filiale besuchen. Verkauft werden hauptsächlich Produkte für Sport und die Gesundheit. Das sind überwiegend Proteinshakes, Aminosäuren und Vitamine. Sie bieten auch Süßigkeiten bzw. Riegel, Kekse usw. an, die keinen oder sehr wenig Zucker enthalten. Die Produktion solcher Produkte gibt es in Russland erst seit ca. 15-20 Jahren. Das liegt daran, weil viele Menschen in Russland keinen Sport machen oder sich nicht dafür interessieren. Dies entwickelt sich allerdings derzeit. Immer mehr Menschen haben am Sport Interesse und somit entwickelt sich auch das Interesse an solchen Produkten. Das Wichtige an diesen Produkten ist, sie richtig zu benutzen, Sport zu machen und eine gesunde Ernährung zu haben, da sie nur eine Ergänzung sind.

Nachdem wir sehr vieles über das Unternehmen erfahren und sehr viel dazu gelernt haben, hatten wir Freizeit. Eine Gruppe ist ins Hotel zurück gegangen und die andere war wieder Souvenirs besorgen. Danach sind sie in die Österreichische Bibliothek gegangen. Am Nachmittag war diese Gruppe noch im Galileo Park. Dort gab es vieles, das sehr interessant war. Im ersten Stockwerk konnte man viele komische wissenschaftliche Dinge ausprobieren und im zweiten gab es optische Täuschungen und zwei Labyrinthe. Nach diesem coolen Park war wieder ein sehr schöner Tag zu Ende.

 

Sonntag, 13.05.2018

Heute durften wir alle etwas später frühstücken und zum Glück ausschlafen.
Anschließend wurden wir um halb elf abgeholt und sind zur Europa-Asien-Grenze gefahren. Dort angekommen erzählten uns die russischen Lehrerinnen etwas zur Geschichte dieser Grenze.
Mit Rätseln von den russischen Studenten wurden wir empfangen und mussten uns so den Weg zum Kupferberg erspielen.
Zuerst mussten typisch russische Dinge, wie ein Samowar, erraten werden. Danach kamen wir weiter und durften das Spiel names „Kolobok“, was übersetzt so viel wie Klößchen bedeutet spielen. Man musste eine Kugel, die angebunden war, in eine Art Kelch befördern.
An der nächsten Station haben wir stille Post mit russischen Wörtern gespielt, was erstaunlich gut funktioniert hat.

Im Anschluss kamen wir an einer Malstation an. Hier haben wir alle versucht die Herrin des Kupferberges zu malen. Jeder von uns hat eine Sache gemalt und es kam etwas sehr Lustiges dabei heraus.
An der letzten Station mussten wir musizieren. Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt. Die eine musste Musik machen, die andere tanzen und die letzte Gruppe musste ein russisches Volkslied singen.
Zu guter Letzt nahm uns die Herrin des Kupferberges, eine Studentin, in Empfang. Sie zeigte uns einen bekannten Brauch, den viele Menschen an der Grenze machen. Man sagt drei Mal einen Spruch und bindet ein Bändchen an einen Baum und ein Wunsch wird in Erfüllung gehen.
Im Anschluss durften wir ein Stück Brot mit Salz essen, ein weiterer Brauch, der sehr viel Glück bringen soll.
Dann gab es noch Pfannkuchen und selbstgemachten leckeren Tee.
Nachdem wir alle einen Pfannkuchen gegessen hatten, bekamen wir eine Urkunde, dass wir diese Grenze besucht hatten. Anschließend fuhren wir zurück in unser Hotel.
Manche hatten sich abends noch mit den russischen Studenten zum Essen verabredet. Nach dem Essen wollten wir uns noch kurz mit Getränken und einem Lunchpaket für den nächsten Tag eindecken, als wir auf zwei Hobby-Zauberer stießen. Diese zeigten uns verblüffende Kartentricks.

Schlussendlich begaben wir uns auf den Weg ins Hotel.
Spät abends kamen wir dann schließlich an.

Montag, 14.05.2018

Heute mussten wir schon früher aufstehen und haben uns bereits um 7:30 an unserem Stammlokal getroffen. Nach unserem leckeren Frühstück wurden wir um 8:30 an unserem Hotel von einem Shuttlebus abgeholt. Nach holpriger Fahrt sind wir nach circa einer Stunde an unserem ersten Stopp, der Porzellanfabrik, in der Kleinstadt Syssert angekommen. Dort wurden wir sehr herzlich empfangen.

Auch hier haben wir im Rahmen unseres Projektes eine Führung durch das Werk bekommen. In dieser Führung wurde uns ausführlich erklärt wie Porzellan hergestellt wird. In dem 84 Jahre alten Werk wird noch alles in Handarbeit gefertigt. Die Rohmasse des Porzellans wird durch eine Leitung gepumpt und in Gipsformen eingegossen. Nun muss die Rohmasse mehrere Tage trocknen und wird anschließend aus den Formen genommen. Noch ist das Porzellan sehr zerbrechlich und muss erst noch bei 830°C gebrannt werden. Hierbei können die Skulpturen bis zu 15% kleiner werden. Nachdem das Porzellan gebrannt wurde, wird es mit einer besonderen Farbe bemalt. Diese besteht aus Baumharz und einem Farbpulver. Diese Farbe kann nicht auf natürliche Weise trocknen, sondern muss auch bei hohen Temperaturen gebrannt werden. Anschließend durften wir ein kleines Porzellan-Souvenir gestalten. Nach Ende der Führung haben wir unser selbst mitgebrachtes Mittagessen am See gegessen.

Unsere nächste Station war das Bazhov Museum. In diesem Museum wurde uns erzählt wie das Leben im 19. Jahrhundert im Gebiet des Urals war. Nach dieser sehr ausführlichen Führung sind wir wieder zurück ins Hotel gefahren. Dort haben wir ein wenig Freizeit gehabt bevor wir gemeinsam essen gegangen sind.

Dienstag, 15.05.2018

Der heutige Tag stand ganz im Zeichen der Präsentation unserer Arbeitsergebnisse. Wir hatten uns um 10:00 Uhr mit den russischen Studenten in der Universität verabredet, um unsere Präsentationen für den Nachmittag vorzubereiten. Nach einer Stärkung in der Mensa haben wir unsere Arbeitsergebnisse vor den Studenten und Dozenten der Fakultät für Fremdsprachen präsentiert.

Im Anschluss gab es ein gemütliches Beisammensein mit unseren Austauschpartnern im deutschen Zentrum der Pädagogischen Universität. Um 17:00 Uhr besuchten wir das Konzert des Chores „Canto“. In diesem Chor singen Studenten und Dozenten der Fakultät gemeinsam.

Den letzten Abend verbringen wir noch gemeinsam mit unseren Austauschpartnern. Eine interessante und erfahrungsreiche Reise geht zu Ende. Wir freuen uns auf den nächsten Besuch der russischen Studenten in Bad Urach.

Mittwoch, 16.05.2018

Pünktlich um 4:20 Uhr wurden wir am Hotel abgeholt und zum Flughafen gebracht. Nach einer kurzen Gepäckkontrolle mit anschließender Umverteilung des Gewichtes ging es zum Gate. Jetzt warten wir bei einem Kaffee auf unseren Flieger Richtung Heimat.